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Big Data und Philosophie

In BIG IT&Communication on 10. August 2015 at 22:48

Gödel und Turing zeigen die Grenzen von Engeneering&Analytics. Big Data sind mehr als Daten. Allgemein geht man von der „Four Stakes“ aus und meint sich einem Renaissance-Künstler-Dasein nahe.

Ja, man weiss, dass sich das Datenvolumen alle zwei Jahre verdoppelt und man kann so leicht errechnen, wann theoretisch dann die gesamte Welt sich selbst mit all ihren Atomen gespeichert hat. Dazu gibt eine bekannte indische Fabel ein Bild, wonach sich ein Weiser eine bescheidene Belohnung ausgedacht hat: Er wünsche sich nur ein Reiskorn auf dem ersten Feld seines Schachbrettes, dann möge der Herrscher es am nächsten Feld verdoppeln und dann am nächsten Feld weiter verdoppeln und so fort bis zum Ende des Schachbrettes. Wir wissen, selbst die heutige globale Reisernte könnte dieses „bescheidenen“ Wunsch nicht erfüllen.

Gödel und Turing zeigen andere Grenzen auf. Dazu kommt die übliche Kritik der Angst, es sei nicht normiert, was Big Date sei, es fehlen die Standards und vieles mehr. Stimmt. Und die 4 Stakes sind dann die vermeintliche Antwort und man glaubt, mit Statistiken alleine Prognosen erstellen zu können. So hat man ein formidables Gemenge, wo man sich selbst ein wenig wie ein Wizzard fühlt.

Egal ob man nun mit Hadoop antwortet oder andere neue Datenbanksysteme aufsetzt (Non-SQL), es bleibt der alte, leicht korkige Wein, der in neue Schläuche gefüllt wird. Was es braucht ist der 5.te Stake, die philosophische Betrachtung, die Daten nicht nur beurteilt nach Güte und Qualität, sondern auch strategisch ordnet und neue Fragen stellt, neue Wertschöpfungsketten entwickelt.

Big Data ist heute mehr Synonym, dass die IT nun die Chaos-Grenze und die Schwelle der Inkompetenz erreicht hat, wo es völlig neue Denkansätze und Methoden braucht, die sich vielleicht weniger digitalisieren und wägen lassen. Da ist die Philosophie aufgerufen und gefragt, denn die wirkliche Welt entzieht sich der statistischen Korrelation. Big Data kann nur sein Versprechen, seinen Hype gerecht werden, wenn es die Philosophie an Bord zu nehmen vermag. Sonst bleibt sie der Herrscher, der dem Weisen immer wieder auf ein Wunsch nach einer bescheidenen Belohnung reinfällt.

 

 

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Interessantes vom 10. August

In Short & News & Links on 10. August 2015 at 22:22

Regeln für die Berichterstattung über Israel

Was ist wichtiger: Strategie oder Technik?

Wie Start-ups von Fehlern lernen

Wie man eine Hi-Tech Superpower wird

Interessantes am 5. August

In Innovation&Start-Ups on 5. August 2015 at 11:47

Immer mehr Unis bieten Programme für Gründer an

Warum Statistiken keine Vorhersagen erlauben

Wie man erfolgreich seine Crowdfunding-Kampagne startet

Yahoo im Strategiewechsel?

Interessantes am 4. August

In Short & News & Links on 5. August 2015 at 11:33

Apple verhandelt über eigenen Mobilfunkdienst

38 Bilder, die motivieren

Jedes Archiv, jede Datenbank braucht eine Strategie

Islamic State of Iran publiziert Handbuch zur Vernichtung der USA und Israel. Verrückt und brauche man nicht ernst nehmen?! Aber Hitlers „Mein Kampf“ war auch verrückt.

Interessantes am 3. August

In Short & News & Links on 3. August 2015 at 15:23

Neue Gartner-Studie zu den Top-10 IT-Trends von Regierungen

10 Tipps für das erfolgreiche Online-Marketing

Big-Data und Lernen: E-Learning war gestern

Ende des Journalismus durch Big-Data und Algoritmus?

Interessantes am 2. August

In Short & News & Links on 2. August 2015 at 23:03

There are alternatives to the „Deal“

U.N. slams Israel not to share his weapons with Hamas

New report on Internet of Things

Start-Ups in the Space-Race

Die Neuerfindung des Fahrrades

In Innovation&Start-Ups on 2. August 2015 at 22:15

Zugegeben, das Fahrrad an sich ist keine Innovation, eher die damit verbundene Mobilität, die heute noch mehr ein Versprechen denn Wirklichkeit ist.

Der guten Nutzung des Fahrrades als urbanes Fortbewegungsmittel steht leider die Stadtplanung meist entgegen, die noch immer Autos bevorzugt einerseits, andererseits stellt das undisziplinierte und rücksichtslose Fahren der Radfahrerinnen und Radfahrer selber ein Hindernis dar, da die Sympathie für diese Art der Mobilität im Quadrat zur Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer schrumpft.

Aber das konventionelle Fahrrad hat von der Dimension der Produktion betrachtet einen nicht unerheblichen Ressourcenverbrauch und Co2-Abdruck. Es ist alles andere als nachhaltig gebaut, dies meint Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und Altmaterial, Einbindung in Recycling bis hin zu der Produktion unter sozial gerechten Bedingungen.

Der Erfinder Izhar Gafni (Israel)  hat hier angesetzt und in rund drei Jahren Tüftelarbeit ein Fahrrad entwickelt, welches in einer Art hochkomplexen Origamitechnik zu rund 95% aus Pappkarton hergestellt wird; die verbleibenden 5% stammen aus alten Plastikflaschen und Autoreifen.

In rund drei Jahren Entwicklungsarbeit hat er schließlich einen Prototyp gebaut, der rund 100 kg Last tragen kann und für den Alltag fit ist.  Das Fahrrad wiegt aktuell 9 kg und soll, so der Wunsch des Erfinders, in Behindertenwerkstätten gebaut werden und nicht in menschenverachtenden Massenproduktionen in China. Auch dies eine sympathische und konsequente Haltung.

Die Materialkosten belaufen sich ca. auf 10 Euro und lassen so einen Verkaufspreis von 20 Euro zu. Mobilität solle kein Luxus sein und gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, wie Essen, Trinken oder ein Dach über den Kopf. Aktuell wurde eine Crowdfunding-Aktion abgeschlossen, die rund 40.000 US-Dollar einbrachte. Genug um die Prototypen weiter zu entwickeln. Unter Beratung von Nimrod Elmish wird gerade an großen Plänen und Visionen gearbeitet, wie die Errichtung einer Fabrik in Tel Aviv.

Vision von Gafni ist es, dass dieses Papprad auch mit einem Elektroantrieb versehen werden soll. Und sicher wird er bald auf die Idee kommen, ein Lastenfahrrad aus Pappe zu bauen, damit man einen Teil des lokalen Transportes auch kosten- und umweltbewusst realisieren kann. Jedenfalls sind Rollstühle ebenso geplant wie Spielzeug. Pappe, das Material der Zukunft? Zumindest für den Alltag ist dies denkbar.

Die Welt Y – eine literarische Episode

In And now, something completely different on 2. August 2015 at 22:11

Ken Jebsen ist mittlerweile Regierender Bürgermeister von Berlin. „Man hatte damals den populistischen Rechtsextremismus einfach unterschätzt“, sagt Miriam. „… er ging mit ein paar halbwahren Fakten ins Rennen, so dass die Presse gekauft sei und paar wenige den Globus beherrschen, nahm aber alles zum Beweis seines Wahngebäudes, wonach wir eine globale jüdische Weltverschwörung hätten.“ 

Wusstest Du, dass Hitler am 1. Mai 1927 in einer öffentlichen Ansprache folgendes sagte?

„Wir sind Sozialisten und Feinde, Todfeinde des derzeitigen kapitalistischen Wirtschaftssystems mit seiner Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, mit seinen ungerechten Löhnen, mit seiner unmoralischen Bewertung von Personen nach Wohlstand und Geld anstatt nach Verantwortung und Leistung, und wir sind entschlossen, dieses System unter allen Umständen abzuschaffen!“


Hier liegt das Problem. „Die Kritik kritisierungswürdiger Probleme aus einer rechtsnationalen völkischen Perspektive macht die Kritisierten immun. Es kann dem Kritisierten nix besseres passieren, wenn er von ganz Rechts kritisiert wird“, ergänze ich. „Wir haben diese Auseinandersetzung verloren. Europa ist verloren. Man sah nicht den Antijudaismus der organisierten Zivilgesellschaft“, sagt Miriam und blickt glücklich, aber doch traurig, also melancholisch, hinunter auf die HaKotel. 

Unsere Reise hat länger gedauert. Wir sind in Jerusalem angekommen. Unser Sohn und Schutzengel waren schon da. Es kam zu einem Krieg zwischen der NATO und Russland und der faschistische Nationalismus erhob sich in Europa. Juden konnten in knapper Not noch aus Europa flüchten, in den USA verstand man endlich, spät aber doch, dass das Match Demokratie gegen Despotien lautet und sie zogen einen Cordon Sanitaire rund um Israel und Großbritannien.


Das kontinentale Europa ist gefallen. Osteuropa und Nordeuropa stehen unter russischer Herrschaft, der Balkan, Südspanien, Italien sind Teil eines Türkischen Emirats geworden. Nur Deutschland, welches sich Tirol, Südtirol, Vorarlberg und die Schweiz einverleibt hat, und Frankreich, das Belgien und Niederlande nahm, blieben von Europa übrig, die nun faschistische Diktaturen sind. 

Wir hatten es mit knapper Not geschafft. Rund um Israel ist eine Energieglocke gelegt; eine israelische Erfindung, die ein Gebiet vollständig mit einem Schild aus plasmischer Hochenergie innerhalb einer Mikrosekunde umschließen und sogar massive Atombombenangriffe abwehren kann. Wir leben in Sicherheit, die Welten sind voneinander abgeschottet. Um keinen Preis der Welt will man diese Technologien in falsche Hände fallen lassen. Das hat man verstanden. Es existieren kein Handel, kein Austausch, keine Botschaften, keine diplomatische Beziehungen, keine Hilfe, nichts … absolute Abschottung. Stille.


Man sieht zu, wie die Barbaren sich gegenseitig vernichten und gleich wie Zombies in ihrem Wahnsinn wüten. Sie sehen unseren Wohlstand, unser Glück und hassen uns dafür. Alle anderen Staaten hatten sich entschieden, auf wessen Seite sie stehen. Wer mit uns Demokratien war, stand unter dem Schutzschirm, wer nicht, nicht und wurde schnell Beute der Diktaturen. Neutralität gab es nicht. Ein Staat musste mindestens eine 40-jährige Geschichte einer respektablen Demokratie vorweisen können, um Anwärter zu werden. Hernach musste der Staat rigide Transparenzgesetze verabschieden, das Mehrfach-Funktionärswesen war verboten und eine sehr strenge Gewaltentrennung und Trennung von Staat und Partei und Religion war obligatorisch.


Wir sehen zu, wie diese Diktaturen langsam, aber sicher verenden und der technologische Abstand fast schon täglich immer größer und größer wird. Wir mischen uns nicht mehr ein und warten den vollständigen Zusammenbruch einfach ab. Ich lese gerade, dass wir aus gewöhnlichem Fett Knochen erwachsen lassen können und alle Kinder gegen Karies geimpft werden. Ich finde, das sind gute Nachrichten.


Regelmäßig gehen Freiwillige raus aus der Schutzschild, den wir David Magen nennen. Es kommt immer der Moment in einem Leben, wo man das Leid und das Elend des Anderen nicht ertragen kann. Sie, die Freiwilligen, sammeln verlassene Babies und Kinder, die noch nicht sprechen können, ein, und bringen sie hinter den Schild. Der Einsatz ist ihr eigenes Leben. Sehr viele Mütter jenseits des Schilds nutzen diesen Ausweg, um so eine bessere Zukunft für ihre Kinder zu sichern. 

Sie hinterlegen ihre Kinder in Körbchen nahe der Grenzen. Wir sehen sie fast immer, es ist fast immer Nacht, und wir wissen fast immer genau, wo die Kinder liegen. Es ist herzzerreißend. Die Abschiede. Voll Mut, Anmut und Verzweiflung. Das Kalkül der Mütter geht auf. Es geht stets auf. Es sind gute Mütter. Und sie dürfen sich auf uns verlassen. Ein stiller Vertrag. Er wurde geschrieben mit dem Blut der Freiheit, als wir aus Ägypten auszogen. Diese Mütter werden den Aufstand einst tragen, denn sie werden nie vergessen, dass sie für Barbaren ihre Kinder haben weglegen, haben opfern müssen.


Eine Mutter verschwand aber einst spurlos mit ihrem jung geborenen Kinde. Es war eine große Aufregung, denn sie war schon erfasst worden von uns. Man ahnte, dass an den Energiegrenzen Raum-Zeit Anomalien entstehen konnten, die Schlitze bilden im Raum-Zeit Gewebe. Durch diese Schlitze verschwanden immer wieder Gegenstände, Steine, Bäume, aber noch nie mobiles Leben. Man dachte, dies sei nicht möglich. Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Aber es war nicht der einzige Grund für die Aufregung, sondern vielmehr, dass sie Jüdin war. Unsere Überwachungssensoren hatten dies eindeutig festgestellt. Man hörte von Berichten, wonach es die eine oder andere Gruppe nicht mehr geschafft hätte. Man verdrängte dieses Wissen. Aber hier, in diesem Fall, hier hätte es jemand von der „Am Israel“ bis zur Grenze geschafft und verschwand dann. Der Protagonist hob aufmerksam die Augenbrauen, er ahnte, wer diese Frau gewesen sein konnte. Jene Frau, die sie einst verloren und die eine Nachfahrin vom ersten Sklaven Marc Aurels und Danu war und ihr Kind mit einem Amulett aus Gold am Limes zur Donau begrub, wo das „Schma Israel“ eingraviert stand.


Der Protagonist zitiert sich selber und blickt verunsichert in den Bericht, der im „Das Buch Naftoli“ steht: „Hier verlor an einem römischen Gräberfeld bei Halbturn längs des Limes eine Mutter ihr Herz. Sie legte ein goldenes Amulettblech in einen Mesusazylinder eingerollt als Grabbeigabe für ihr Kind bei. Wir schreiben das Jahr 280 nach der Zeitrechnung. Auch ihr Herz ging nie verloren. Auf dem Amulett stand in griechischen Buchstaben die Essenz des Judentums, eines jeden Juden geschrieben: Schma Israel, Adonai elohenyu, Adonai echad. Das Kind war das Ururur-Enkelkind von Naftoli, dem ersten Knechte von Marc Aurel. Die Mutter hatte noch drei Kinder, wusste die familiäre Überlieferung zu berichten. Ihr Name ist heute verloren. 

„Wir werden ihren Namen finden. Nichts geht verloren, wir vergessen nichts, kein Detail ist ohne Bedeutung, weil das Ganze entscheidend ist“, wird der Protagonist sagen”. Und der Protagonist hörte sich genau dies sagen, als er diese Worte las, und sprach weiter: “…es ist Sarah aus der damaligen Zukunft, die durch den Schlitz verschwand, als sie ihr Kind retten wollte.” Sie wurde zu einer Nachfahrin Naftolis und so zu einer Vorfahrin Naftalis. Ein Paradoxon auf den ersten Blick. Ist ihr Verschwinden Schicksal oder Unglück? Plan oder Willkür? Ein Kreislauf über die Jahrtausende beginnt sich zu schließen. “Kann dies sein?”, fragt sich der Protagonist und nickt bestätigend in seine Brust innerlich hinein: “Ja, es kann sein, sie ist eine Verschränkung zweier Leben. Was dem einen geschieht, geschieht dem anderen. So hat das Kind quantenphysikalisch überlebt in und über viele Leben und ist heute bei Naftali angekommen.”


Ein riskantes Unternehmen bleibt es dennoch, denn die Freiwilligen dürfen nur mit konventionellen Waffen und Ausrüstung hinaus und falls sie gefangen gesetzt werden, wird per Funksignal eine tödliche Dosis sofort wirksamen Giftes freigesetzt, welches in Sonden geschluckt wird. Kein Einsatz dauert länger als vier Stunden. Wer über diese vier Stunden ist, stirbt. Man muss verhindern, dass auch nur das geringste Wissen in die Welt Y gelangt. Auch wir gehen ein Risiko ein. Meist sind es friedensbewegte junge Männer und Frauen mit lauteren und besten Motiven, die diesen Weg wagen. Es gehen unsere Besten raus. Selten unternimmt jemand diesen Ausflug ein zweites Mal. Jeder, der auch nur einmal in der Welt Y war, weiß, dass Frieden und offene Grenzen nicht mehr möglich sind.


Die eingesammelten Kinder werden Teil unserer Welt. Sie haben eine zweite Chance. Andere nicht. Sie, die Kinder, werden nie erfahren, woher sie stammen. Man ist sich des Risikos bewusst, denn irgendwann kann ein Kind doch nach seiner Herkunft fragen zu beginnen, da – aus welchen Gründen auch immer – Zweifel in ihm aufkamen. Man wird sich des Problems annehmen, wenn es da ist.


Die Welt wirkt düster, wir sind Zuschauer in einem einsamen Schauspiel. Auch uns ergreifen das Grauen und das Mitleid. Wir leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand und vollständig vernetzt, aber ohne Google und facebook, weil sie Feinde der Freiheit sind. Viel zu spät hatte man die Absichten verstanden. Da draußen tobt der Irrsinn: Reihenweise werden Menschen enthauptet, Massenvergewaltigungen, um Sklaven, die als Arbeitskraft und dann als Nahrungsquelle dienen, zu züchten. Die Diktaturen bekämpfen sich ohne Unterlass gegenseitig. Wird eine feindliche Stadt erobert, werden die erbeuteten Menschen in ihre Rohstoffe zerlegt und dienen als Nahrung. Entsprechend erbittert und gnadenlos werden die Kämpfe geführt, denn der Verlierer, der Unterlegene wird gefressen. Die Schlachtfelder sind menschenleer und keine Toten sind zu sehen. Nur Frauen, solange sie gebärfähig sind, werden kurzfristig verschont. Nach der Geburt werden auch sie geschlachtet und gefressen.


Wir verdrängen die Welt Y, wie wir sie nennen, da draußen, außerhalb unserer Schilder vor unseren Toren, wo auch unsere mächtigen Wehrtürme und noch gigantischeren Wasser- und Luftreinigungsanlagen stehen. Unsere Anlagen säubern die Luft und das Wasser der Welt, das wir in neu geschaffenen globalen Kreisläufen durch unsere Kläranlagen ziehen, denn die Barbaren draußen kümmern sich nicht darum und verheizen den letzten Tropfen Öl. Energie ist zum Glück kein Problem mehr, seitdem wir Solarzellen mit 102 % Wirkungsgrad haben. Dies erreichen wir durch monströse Kraft-Wärme-Kopplungen, die der Atmosphäre laufend Wärme entziehen. 

Diese Kopplungen weisen Mauern von 1000 Metern und mehr auf. Auf ihren Kronen sind dann noch Turbowindräder, die zusätzlich Strom liefern, indem der Jetstream durchfließt, montiert. So stoppen wir die Klimaerwärmung und können diese sensationellen Wirkungsgrade erreichen, da wir die Solarzellen-Anlagen auf nahe den Nullpunkt abkühlen können, was den Wirkungsgrad steil ansteigen lässt. Je größer die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangstemperatur einer Maschine ist, umso größer ist ihr Wirkungsgrad.


Täglich sterben Millionen, wenn sie von ihren Schlächtern gegen den Schild – mit den Absichten, vielleicht doch diesen Schild zu überwinden und auch, um sich unnötiger Esser zu entledigen – getrieben werden, denn der Hunger greift immer mehr um sich. 

Das Schlachten von Menschen reicht nicht aus. Es fehlen das Wissen und die organisatorische Intelligenz, eine neue Landwirtschaft zu schaffen, die nicht die Böden und das Wasser verseucht. In Welt Y wird die Ernte immer giftiger und weniger. Ein fataler Kreislauf. Wir haben das Buch der Verschwörung gegen das Judentum in ein sicheres Versteck gebracht. Niemand hat es bisher zu Gesicht bekommen, niemand soll es zu Gesicht bekommen; vorläufig. Die Welt ist eine andere geworden.

Über die Freiheit in der Wirtschaft und im Alltag

In Human Rights on 2. August 2015 at 22:04

Ein allgemeines Missverständnis ist, dass wenn Großunternehmen privat sind, diese besser wirtschaften.

Aktuell wird in Österreich wieder der Ruf nach Privatisierung laut und man glaubt damit Wirtschaftskompetenz zu demonstrieren, zumindest wird dies dem geneigten Bürger so verkauft. Tatsächlich will man seine eigene Klientel bedienen, die für den Bürger noch mehr Intransparenz und noch weniger demokratisch legitimierte Kontrolle meint.

Ein Blick in die jüngste Geschichte zeigt, dass privat geführte Großunternehmen nicht automatisch die besseren Unternehmen sind, wie das Beispiel der Banken deutlich zeigt und größere Budgetlöcher reißen als Bahn und Post zusammen.

Tatsächlich ist die Eigentumsform von Konzernen nicht mehr entscheidend für die Wirtschaft, denn Konzerne, egal ob nun staatlich dominiert oder nicht, gleichen sich immer mehr den staatlich-bürokratischen Strukturen an.

Nur die wenigsten Konzerne sind erstens tatsächlich innovativ, zweitens für die Sicherung von Arbeitsplätzen relevant und drittens tragen nur wenige Konzerne steuerlich etwas zum gesellschaftlichen Wohl bei, da sie kaum Steuern zahlen. Konzerne werden hier umdenken müssen und sie machen dies auch, da Konzerne außerhalb der Komfortzonen durch Investoren und den Markt getrieben werden.

Der wirtschaftliche Schrumpfkurs Europas ist der Tatsache geschuldet, dass Konzerne in Schutz- und Komfortzonen leben, die der Bürger bezahlt. Privatisierung meint daher nicht den Wechsel des Eigentums von staatlicher Hand in die Hand einer x-beliebigen heimischen Großbank. Das ist keine Privatisierung.

In Summe ist die Bilanz für den Bürger eher negativ. Da ist es schon besser, wenn die Großunternehmen vor allem im Infrastrukturbereich staatlich bleiben, denn dies erspart den Steuerzahler zumindest später meist teurere Rettungsschirme bzw. Rückkaufaktionen, die auch durch den Bürger bezahlt werden.

Die Herausforderungen liegen woanders und dort sind auch die wesentlichen Hebeln für eine moderne, innovative Wirtschaft anzusetzen und dieser Sektor ist es auch, der dann Innovation und neue Arbeitsplätze schaffen kann und wird. Hoffnungsträger waren und bleiben die EPUs und KMUs, die seit Jahrzehnten und auch wohl weitere fünf Jahre stranguliert werden durch das leistungsfeindliche SVA/WKO-System und die bürokratische Anforderungen des Staates, die eben nur Konzerne abbilden mit ihren Abteilungen können.

Eine Start-up-Szene ist in Wien kaum möglich und sogar das eher tröge restriktive Deutschland hat mit Berlin eine kleine Boomtown was Start-ups betrifft. Wien, immerhin die zweitgrößte deutschsprachige Stadt, fällt weit zurück und weist einen strukturellen Wettbewerbsnachteil auf. Das Potential wäre vorhanden, aber die Wirtschaftspartei ÖVP verhindert dies erfolgreich, denn ihr Klientel mag nicht mehr Mitbewerber sehen, sonder lieber tröge vor sich weiter dahinsumpern. Bedauerlicherweise existiert keine politische Kraft, die für Modernisierung und Menschenrechte eintritt.

Ein amazon, google oder microsoft war und ist in Wien nicht möglich, da diese schon bei Gründung erfolgreich abgewürgt werden. Hier braucht es tatsächlich mehr Transparenz bei Auftragsvergaben durch die Öffentliche Hand, mehr Freiheit, weniger Staat und vor allem eine Öffentliche Hand, die prompt bezahlt und sich nicht einfach zwei Jahre Zahlungsaufschub nimmt.

Hier braucht man Entfesselung, aber die will niemand in den bürokratisierten Entscheideretagen, denn dies ginge sehr rasch einher mit mehr Selbstbestimmung und Freiheit. Das will das amtliche Österreich offensichtlich nicht. Der Satz ist sehr einfach: Geht es den Bürger gut, geht es der Wirtschaft gut. Umgekehrt stimmt der Satz nicht.

Nachhaltigkeit, Wirtschaft und die reale Welt

In Sustainability&CSR on 2. August 2015 at 21:59

93 Prozent der 250 größten Unternehmen der Welt haben einen Nachhaltigkeitsbericht. Das ist eine gute Nachricht. Aber niemand interessiert es.

Ähnlich verhaltet es sich mit den Gütesiegeln und den zahllosen Awards. Man möchte angesichts der vielen Awards, Messen, Gütesiegel und CR/CSR/Nachhaltigkeitsberichte, integriert oder nicht, meinen, die Welt ist eine andere geworden.

Nur gute Nachrichten überall, nur saubere, glücklich strahlende Menschen tollen auf grünen Wiesen herum, abwechselnd Lämmer und dann mal Kinder oder am besten Kinder mit Teddybären herzend. Es nimmt sich aus wie ein Gemälde zur heilen Welt, in dem natürlich nicht die „kritischen“ NGOs fehlen dürfen, die schon lange ihr Herz und Seele an den jeweils bestbietenden verkauft haben. All diese Inszenierungen interessieren immer weniger, sind selbstreferentiell und bewegen niemanden mehr.

Warum? Erstens, weil sich immer öfters und drängender herausstellt, die Botschaften sind nicht wahr bzw. stimmen so nicht ganz, wie behauptet. Skandal um Skandal reiht sich mittlerweile in der Nachhaltigkeitsszene. Zweitens, viele der „heilen“ Unternehmen und „guten“ NGOs findet man immer häufiger in den Schlagzeilen und shit-storms. Da Betrug, dort Korruption, hier gierige Manager und die totale Überwachung wie die reklamationssichere Beta-Version sind sowieso Teil der Geschäftsbedingungen. Drittens, es fehlt an kritischen und unabhängigen Medien, die über Nachhaltigkeit kompetent und interessant berichten können. Die vielen guten Botschaften, die es dennoch gibt, haben keinen Hintergrund und kein Dispositiv.

Nachhaltigkeit kommt nicht vom Fleck, weil drei Herausforderungen offen und zu meistern sind, um den oben skizzierten Befund konkreter zu erörtern: Erstens, Kommunikation/Medien, zweitens, die gesellschaftspolitische Dimension und drittens die Herausforderung der Überprüfung.

Nach wie vor wird Nachhaltigkeit mit sehr verstaubten Medienkonzepten abgebildet, sieht man sich die aktuelle Landschaft grüner Medien an. Wagen sich konventionelle Medienhäuser daran, so sind sie regelmässig bisher gescheitert, weil es ihnen schlicht an Kompetenz und Glaubwürdigkeit fehlt und diese blamable Tatsache will man sich nicht eingestehen. Die Verlage scheitern hier an der eigenen Inzucht, ihren selbstgesteckten Normen und Angst vor Innovation. Der Mangel an Innovation illustriert die jüngste Vergangenheit: Keine einzige der kommunikativen Revolutionen kam aus den großen oder kleinen Medienhäuser: Twitter, facebook, pinterest etc. pp. So verwundert es nicht, dass Medien der Nachhaltigkeit noch nicht existieren. Da ist sehr viel Luft, Potential und Phantasie drinnen.

Was es hier braucht, wären drei bis vier Leitmedien der Nachhaltigkeit. Bis dahin muss die Zukunft auf ihre Medien warten. Dieses Vakuum wird aktuell durch die Social Media besetzt, die diese Rolle strukturell aber nicht erfüllen können. Viele Indianer, die plötzlich Häuptlinge spielen müssen und auch möchten, doch an allen Ecken und Enden fehlen ihnen die Visionen, die Kompetenzen, das Leadership und die Entwürfe.

Dies leitet über zur zweiten Herausforderung, die gesellschaftspolitische Dimension. Es fehlt der große Wurf zur tatsächlichen Verbesserung der Welt. Gerne wird die Tatsache übersehen, dass Nachhaltigkeit eine dezidiert gesellschaftspolitische Dimension aufweist, die viele der Honoratoren der Nachhaltigkeit bestenfalls in ihren Sonntagsrede streifen möchten. Im Alltag weniger, denn da kann man sich rasch in sehr unangenehmen Dickicht verheddern.

Nachhaltigkeit ohne die Herstellung von sozialer und auch kommunikativer Gerechtigkeit wird aber nicht gelingen. Als Standard können und sollen die Menschenrechte dienen. Die Tücke jedoch steckt im Detail. Eines der Details ist die Glaubwürdigkeit und dies leitet zur dritten Herausforderung über: Die der Evaluierung, der Überprüfung, der Testierung, also der Qualitätskontrolle allgemein gesprochen, die sich schlussendlich durch ein Siegel, einen Preis, ein Ranking, einen Nachhaltigkeitsbericht oder anderen Kommunikationsinstrumenten ausdrückt

Faktisch hat man es mit einem Kartell von Gutachtern, Juroren und Gremien zu tun, welche im hohen Grade selbstreferentiell und auch meist wenig transparent sind und in einem sehr dichten Geflecht an Unvereinbarkeiten stecken, die man wahrscheinlich in keinem anderen Bereich dulden würde. Hier braucht es endlich unabhängige Institutionen und Initiativen für eine unabhängige Kontrolle; unabhängig von Staat, Wirtschaft und NGOs. Zumindest braucht es rasch eine Entflechtung und Transparenz.

Mit anderen Worten, der Reformbedarf ist groß, aber umsetzbar, denn allen Beteiligten darf man guten Willen und beste Absichten unterstellen. Keiner der Akteure ist zu dumm, um nicht zu sehen, dass es ohne kritische Medien, Transparenz, Glaubwürdigkeit und sozialer Gerechtigkeit nicht mehr geht. Jetzt braucht es halt Mut zur Veränderung, bevor der Leidensdruck und die Not das Kommando endgültig übernehmen.